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16-02-12 12:42 Alter: 92 Tage

Rückbau MVA läuft auf Hochtouren

Abbau von Anlagenteile bis Juli

Mit dem spektakulären Abheben eines 40 Tonnen schweren Elektrofilters begann die Müllverbrennung Landshut GmbH am Mittwoch offiziell die Rückbauarbeiten in der ehemaligen Müllverbrennungsanlage.
Diese ist seit Ende November Geschichte: am 25. November 2011 brannte zum letzten Mal ein Müllfeuer. Bereits knapp einen Monat später ging die Ofenlinie 3 wieder in Betrieb, allerdings mit einem anderen, umweltfreundlichen Brennstoff: künftig erzeugt ein Teil der ehemaligen Müllverbrennungsanlage als Heizkraftwerk aus Biomasse klimaneutralen Strom und Fernwärme.

Bild: 40 Tonnen wog der Elektrofilter, der mittels Rollkran auf den Boden befördert wurde

Oberbürgermeister Hans Rampf betonte, welche Chance sich durch die Einstellung des Müllfeuers und den Weiterbetrieb der Anlage als Biomasseheizkraftwerk für die Stadt Landshut ergeben habe. „Gerade jetzt bei diesen Temperaturen, dieser Kälteperiode, muss man sich hinsichtlich der Sicherheit bei der Gas- und Stromversorgung schon überlegen, was eine Stadt selbst zur Energieversorgung der Bürger beitragen kann.“ Mit der Umrüstung der MVA und der Eigenerzeugung von EEG-Strom und Fernwärme im Biomasseheizkraftwerk sei die richtige Entscheidung im Stadtrat getroffen worden, sagte der Oberbürgermeister. Die Stadtwerke Landshut sind Betreiber des Biomasseheizkraftwerkes. Werkleiter Armin Bardelle berichtete über den derzeit laufenden Probebetrieb des BMHKW und bedankte sich bei der Stadt Landshut. „Mit dem Biomasseheizkraftwerk sind wir auf dem Weg zu einem ökologisch und ökonomisch werthaltigen Unternehmen. In der Umrüstung lag eine Chance, die andere Kommunen sicher auch gerne hätten“, sagte Bardelle.

Die MVA Landshut GmbH baut die für den Betrieb des Biomasseheizkraftwerks nicht mehr benötigten Anlagenteile seit der Baustelleneinrichtung Ende Januar 2012 schrittweise zurück. Der Rückbau ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt: die Reinigung des Müllbunkers und der Ofenlinie 3 ist bereits erfolgt und abgeschlossen worden, bevor das Biomasseheizkraftwerk Ende Dezember den Betrieb aufnahm.
Der Abbruch der Ofenlinien 1 und 2 sowie nicht mehr benötigter Rauchgasreinigungsanlagen und Nebenaggregaten erfolgt derzeit in drei Schritten:

Rückbaubereich 1    Freibereich westlich der Ofenlinien 1 und 2
Rückbaubereich 2
    Ofenlinien 1 und 2 mit Nebenanlagen innerhalb des Ofenhauses
Rückbaubereich 3    Rauchgasreinigung samt Schornstein

Einfach ist der Rückbau nicht, denn parallel läuft die Stromerzeugung im Biomasseheizkraftwerk. Arbeitsschutz und Betriebssicherheit haben höchste Priorität beim Rückbau. Das Wasserwirtschaftsamt sowie das Gewerbeaufsichtsamt Landshut begleiten den Rückbau. Um sicherzustellen, dass die Eingriffe in die Bausubstanz nicht zu Schäden führen, wurde zudem ein Beweissicherungsverfahren für die weiter genutzten baulichen Anlagen durchgeführt, erläuterte der Geschäftsführer der MVA Landshut GmbH, Horst Denk. Zusätzlich sind mehrere Grundwassermessstellen, Wasser- und Bodenuntersuchungen sowie externe Untersuchungen bezüglich Staub- und möglicher Lärmbelastungen während der Rückbaumaßnahmen vorgesehen.

Bild: Horst Denk, Geschäftsführer der MVA Landshut GmbH (re), erläutert v.l. Werkleiter Armin Bardelle, Oberbürgermeister Hans Rampf und Stadträtin Sigi Hagl den Rückbau der nicht benötigten Anlagenteile


Besonderes Anliegen ist der MVA Landshut GmbH das Recycling-Konzept. Dieses sieht vor, möglichst viele Materialien wie Eisen, Nichteisenmetalle, Bauschutt und ähnliches einer Wieder- oder Weiterverwertung zuzuführen. Motoren, Schalteinrichtungen und technische Einrichtungen, die zum Weiterbetrieb der Anlage als Biomasseheizkraftwerk nutzbar sind, hat die MVA Landshut GmbH den Stadtwerken Landshut überlassen.
Durch eine möglichst saubere Trennung und Aufbereitung des Abbruchmaterials sollen Stähle nach verschiedenen Legierungen sowie Nichteisenteile insbesondere Kupfer in den Wirtschaftsprozess rückgeführt werden.

Technische und allgemeine Daten des Rückbaus:

- die Rückbauzeit beträgt voraussichtlich sechs Monate bis Ende Juli 2012

- der Rückbauumfang umfasst 31.000 cbm umbauten Raum

- Höhe des abzubrechenden Schornsteins 50 Meter über Geländehöhe

- Höhe des Ofenhauses 17 Meter über Gelände

- Höhe der Rauchgasreinigung bis zu 28 Meter über Gelände

Kosten des Rückbaus:
Die Abbruchkosten setzen sich aus mehreren Bauabschnitten, Einzelvergaben und –aufträgen zusammen. Eine belastbare Kostenschätzung konnte die MVA Landshut GmbH, die die Kosten der Maßnahme trägt, deshalb derzeit nicht geben. Die Rücklagen von zwei Millionen Euro werden vermutlich nicht vollständig verbraucht werden, sagte Geschäftsführer Horst Denk.

Bild: bei der Pressekonferenz erläuterte der Geschäftsführer der MVA Landshut GmbH, Horst Denk (re stehend) den Rückbau


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