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Das Klärwerk Dirnau

Die Kläranlage Dirnau, die am 21.11.1989 in Betrieb genommen wurde, leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, indem Sie die täglich anfallenden Abwässer im Entsorgungsgebiet reinigt und wieder dem natürlichen Gewässerkreislauf zuführt. Alle verfahrenstechnischen Abläufe werden per moderner EDV über die Prozessleittechnik gesteuert.

Die Qualität des weitestgehend gereinigten Abwassers liegt deutlich unter den Mindestanforderungen des Gesetzgebers. Täglich werden bis zu 40 Mio. Liter Abwasser aus dem Stadtgebiet Landshut sowie aus den Gemeinden Ergolding, Altdorf, Furth (Ortsteil Arth) und Kumhausen gereinigt. Das entspricht ungefähr dem Inhalt von ca. 2.000 Tanklastzügen. Bei Regenwetter ist es entsprechend mehr.

Technische Daten

Ausbaugröße: 260.000 Einwohnergleichwerte
Zulaufmenge bei Trockenwetter: 40. Mio. Liter pro Tag
Zulaufmenge bei Regenwetter: 120. Mio. Liter pro Tag
Reinigungsleistung in den Sommermonaten: 98-99 %
Reinigungsleistung in den Wintermonaten: ca. 97 %

Verfahrenstechnik

Mechanische Reinigung:

  • Rechenanlage: 2 Paternoster-Siebrechen mit 6 mm Spaltweite zum Auffangen von Feststoffen, insbesondere Papier.
  • Einlaufhebewerk: 2 Schneckenpumpen mit je 800 l pro Sekunde Leistung, um das Abwasser aus dem tiefliegenden Kanal auf Bearbeitungshöhe zu bringen.
  • Sandfang: 2 Kammern mit Leichtstoff-Abscheideräumen mit je 604 m3 Inhalt; belüftet; zum Abscheiden von Feststoffen, die größer sind als 6 mm (überwiegend Sand und Steinchen). Im Sandfang werden Fette und Öle an der Wasseroberfläche abgeschieden.
  • Vorklärung und Denitrifikationsbecken: 4 Längsbecken mit je 740 m3 Inhalt zum Abscheiden von Schlammflocken und kolloiden Stoffen. Der hier anfallende Schlamm ist der Rohschlamm. Menge: ca. 100-120 m3 pro Tag.

Erste biologische Reinigungsstufe:

4 Belebungsbecken mit je 930 m3 Volumen, mit feinblasiger Belüftung. Mikroorganismen (pro Tropfen etwa 1 Mio.) bauen organische Verschmutzung ab (Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate). Es handelt sich um aerobe Mikroorganismen, die zum Stoffwechsel Sauerstoff veratmen. Der Sauerstoff wird über Turbos eingeblasen. Luftmenge pro Tag: 250.000-300.000 m3.

Erste chemische Stufe (Phosphatfällung):

Im Ablauf der Belebungsbecken wird dem Schlamm-Wassergemisch ein Phosphatfällungsmittel zudosiert. Damit lassen sich die Phosphatverbindungen als Eisen- und Aluminiumphosphat ausfällen und als Phosphatschlamm abziehen.

Zwischenklärung:

4 Rundbecken mit je 2.165 m3 Volumen zum Trennen von Schlamm und Wasser. Der Schlamm wird als Rücklaufschlamm in die Belebungsbecken zurück geführt, der überschüssige Schlamm als Überschussschlamm abgezogen. Das Wasser wird in die zweite biologische Stufe geleitet.

Zweite biologische Reinigungsstufe (Tropfkörper):

4 Behälter mit je 2.981 m3 Volumen und mit einer Höhe von 5 m, befüllt mit einem Kunsstoffmaterial. Hier haben sich Mikroorganismen in einem sogenannten Biorasen angesiedelt. Das Wasser wird mit Drehsprengern auf die Tropfkörper versprüht. Beim Ablauf des Wassers in sehr dünnem Film über die Biorasen werden die noch vorhandenen Ammoniumverbindungen über Nitrit zu Nitrat oxidiert. Fachbegriff: Nitrifikation.

Nachklärbecken:

4 Rundbecken mit je 2.165 m3 Volumen zum Abtrennen der aus den Tropfkörpern mitgeführten Schlammpartikel.

Zweite chemische Stufe (Phosphatfällung):

Ein Online-Messgerät bestimmt die noch vorhandenen Phosphate. Entsprechend der Phosphatkonzentration werden chemische Fällungsmittel zudosiert. Die Phosphatverbindungen lassen sich wie bei der ersten Fällung als Phosphatschlamm abziehen.

Denitrifikation:

Seit 20.09.1995 existiert eine gezielte Denitrifikation zur Stickstoffreduzierung (weitergehende Reinigung). Dabei wird ein Teil des nitrithaltigen Wassers aus der Nachklärung in die auch als Denitrifikationsbecken verwendeten Vorklärbecken geleitet.

Durch schnellen Sauerstoffentzug sind die Mikroorganismen gezwungen, den benötigten Sauerstoff aus dem Nitrat zu entnehmen. Der verbleibende elementare Stickstoff wird ausgegast. Das gereinigte und stickstoffreduzierte Wasser fließt in die Isar. Die Qualität des eingeleiteten Wassers schließt eine Schädigung des Flusses aus.

Schlammbehandlung

Voreindicker:

Die 3 Schlämme: Rohschlamm aus dem Vorklärbecken, Überschussschlamm aus der Belebung und Tropfkörperschlamm werden in 2 Voreindickern mit je 927 m3 Volumen statisch eingedickt.

Faulbehälter:

2 Faulbehälter mit je 5000 m3 Volumen. Hier wird der Mischschlamm aus den Voreindickern in einem mikrobiologischen Prozess stabilisiert.

Temperatur:

37 °C (=Temperaturoptimum)

Zeit:

25 Tage

Prozess:

Anaerob (ohne Sauerstoff lebende Bakterien)
Beschickung: 200 m3 pro Tag, nach dem Verdrängungsprinzip

Biologisch-chemischer Ablauf:

Mikroorganismen bauen die hochmolekularen Stoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zu niederkettigen Fettsäuren ab (sog. säuernde Phase). Die Fettsäuren werden von den anderen Mikroorganismen zu Methan und Kohlendioxid (CO2) umgesetzt (Methanphase). Das Methangas gelangt nach der Entschwefelung zu 3 Generatoren mit je 380 kW, die unter Nutzung der Abwärme Strom erzeugen.

Nacheindicker:

Der stabilisierte Schlamm aus dem Faulturm wird in 2 Nacheindickern mit je 927 m3 Volumen statisch eingedickt.

Schlammentwässerung:

2 Hochleistungsdekanter (Zentrifugen) entwässern den mit Polymer konditionierten Schlamm auf eine Trockensubstanz von ca. 30%. Der entwässerte Schlamm wird seit der "BSE-Krise" thermisch verwertet.

Abwasserkataster:

Das Industrieabwasser aller angeschlossenen Betriebe wird regelmäßig auf die vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerte für Schadstoffe untersucht, um organische und anorganische Schadstoffe in Wasser und Klärschlamm zu verhindern. Über das Abwasserkataster werden bei der Abwasserversorgung 150 Betriebe kontrolliert. Damit ließen sich in den letzten Jahren die Schadstoffkonzentrationen beträchtlich reduzieren. Unerwünschte Stoffe im Klärschlamm betragen nur noch 10% der vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwerte.

Aktuelles:
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