Geothermie GeoPuls Landshut
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen rund um das Projekt Geothermie GeoPuls Landshut.
Lässt sich im Stadtgebiet Erdwärme für die Versorgung mit klimafreundlicher Fernwärme nutzen? Die Voraussetzungen dafür halten die Stadtwerke für vielversprechend. Darum untersuchen die Stadtwerke Landshut im den Untergrund auf seine geothermischen Potenziale. Ziel ist es, tiefe Erdwärme aus dem Malmkarbonat-Gestein zu erschließen – in etwa 500 bis 900 Metern Tiefe.
+++ Informations-Veranstaltung am 19. Mai 2026 ab 18 Uhr im Salzstadel (Steckengasse) zur geplanten Seismik-Messung im Stadtgebiet und den Potenzialen der Geothermie in Landshut. +++
Potenzial für klimafreundliche Erdwärme
Geologisch befindet sich die Stadt Landshut im östlichen Bereich des Molassebeckens, konkret über dem im Untergrund verborgenen, aber strukturell besonderen Landshut-Neuöttinger Hoch.
Besonders günstig ist, dass in Landshut eine ausgesprochen starke Wärmeanomalie vorliegt. Das bedeutet, dass selbst in vergleichsweiser geringer Tiefe höhere Temperaturen erwartet werden. Daten aus dem Bayerischen Geothermieatlas zeigen bereits an der Obergrenze des Malm Temperaturen von rund 50 Grad Celsius. Aufgrund der innerhalb des Malms weiter zunehmenden Temperatur werden am potenziellen Bohrstandort im Bereich des Isartals Thermalwassertemperaturen von über 60 Grad Celsius erwartet.
Durch mehrere Forschungsbohrungen sowie die Geothermiebohrungen Altdorf liegt eine gute Datengrundlage in Bezug auf Referenzbohrungen vor. Die Bohrungen in der Umgebung geben Hinweise auf eine ausgeprägte Verkarstung des Malms. Je nach tatsächlicher Ausprägung und Mächtigkeit könnte das Fördermengenpotenzial durchaus ergiebig sein.
Im Jahr 2024 prüften die Stadtwerke noch einmal intensiv eine Zusammenarbeit mit dem seit Jahren im Raum stehenden Geothermie-Projekt in Altdorf. Dafür wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, die vorhandenen Berechnungen zu prüfen und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für eine Zusammenarbeit mit Altdorf als Entscheidungsgrundlage zu erstellen. Parallel dazu entstand eine erste grobe Bewertung eines alternativen Geothermie-Projektes im Stadtgebiet – konkret im Bereich des Stadtbads, um beide Optionen nachvollziehbar vergleichen zu können.
Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die Variante einer eigenen Geothermiebohrung im Stadtgebiet gegenüber der Option in Altdorf wirtschaftlich im Vorteil ist. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass große potenzielle Wärmeabnehmer – wie das Stadtbad und weitere öffentliche Gebäude – direkt im Umfeld des möglichen Bohrstandorts liegen und somit kurzfristig und mit geringeren Leitungsverlusten angeschlossen werden könnten.
Darüber hinaus erscheint in der Gesamtbetrachtung auch eine Anbindung an das bestehende Fernwärmenetz Mitte/Ost sinnvoll. Dadurch ließe sich der Wärmeabsatz langfristig steigern, da mit zunehmender Erschließung und Nachverdichtung zusätzliche Grundlastabnehmer eingebunden werden könnten, was das Projekt zusätzlich stabilisieren würde.
Wie funktioniert eine Seismik-Messung? Vibrationsfahrzeuge, sogenannte Vibrotrucks, fahren entlang von zuvor geplanten Routen. Über Rüttelplatten erzeugen sie leichte Vibrationen, die als Schallwellen in die Tiefe gelangen. Diese Wellen werden im Untergrund von verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert. Kleine Erdmikrofone, sogenannte Geophone, die zuvor entlang der Untersuchungsroute aufgestellt werden, zeichnen das Echo auf.
Während der Messarbeiten in Landshut werden im Oktober 2026 voraussichtlich zwei Vibro-Fahrzeuge unterwegs sein. Alle fünf Meter halten sie kurz an und vibrieren für 30 bis 60 Sekunden. Die Vibrationen sind nur im engeren Umkreis der Fahrzeuge wahrnehmbar. An jedem Messpunkt stehen die Vibrotrucks wenige Minuten, dann fahren sie zum nächsten Punkt weiter.
In bewohnten Gebieten werden begleitende Messungen an unmittelbar angrenzenden Gebäuden durchgeführt, um die Normen für Bauwerke einzuhalten.
Nach Abschluss der Messungen werden die Geophone wieder eingesammelt. Danach beginnt die fachliche Auswertung: Die aufgezeichneten Rohdaten werden zu einem Abbild des Untergrunds umgewandelt. Dieses Modell zeigt die Tiefen der verschiedenen Gesteinsschichten und bildet die Grundlage für die Beurteilung geothermischer Potenziale im Stadtgebiet.
Die beauftragte Fachfirma kümmert sich im ersten Schritt um alle erforderlichen Genehmigungen von Behörden, Grundstückseigentümern und -nutzern, die von der seismischen Messung entlang der geplanten Messroute betroffen sind.
Ob das Geothermie-Projekt umgesetzt wird, hängt davon ab, ob die Untersuchungen ein wirtschaftlich tragfähiges Ergebnis liefern.
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