Geothermie GeoPuls Landshut
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen rund um das Projekt Geothermie GeoPuls Landshut.
Gibt es in Landshut Potenzial für Erdwärme? Können wir damit einen Beitrag zur lokalen Wärmeversorgung und zum kommunalen Klimaschutzkonzept leisten? Die Voraussetzungen dafür halten die Stadtwerke für vielversprechend. Darum wird im Spätherbst 2026 der Landshuter Untergrund auf seine geothermischen Potenziale untersucht. Ziel ist es, tiefe Erdwärme aus dem Malmkarbonat-Gestein zu erschließen – in etwa 500 bis 900 Metern Tiefe.
Potenzial für einen Beitrag zur lokalen Wärmewende
Geologisch befindet sich die Stadt Landshut im östlichen Bereich des Molassebeckens, konkret über dem im Untergrund verborgenen, aber strukturell besonderen Landshut-Neuöttinger Hoch.
Besonders günstig ist, dass in Landshut eine ausgesprochen starke Wärmeanomalie vorliegt. Das bedeutet, dass selbst in vergleichsweiser geringer Tiefe höhere Temperaturen erwartet werden. Daten aus dem Bayerischen Geothermieatlas zeigen bereits an der Obergrenze des Malm Temperaturen von rund 50 Grad Celsius. Aufgrund der innerhalb des Malms weiter zunehmenden Temperatur werden am potenziellen Bohrstandort im Bereich des Isartals Thermalwassertemperaturen von über 60 Grad Celsius erwartet.
Durch mehrere Forschungsbohrungen sowie die Geothermiebohrungen Altdorf liegt eine gute Datengrundlage in Bezug auf Referenzbohrungen vor. Die Bohrungen in der Umgebung geben Hinweise auf eine ausgeprägte Verkarstung des Malms. Je nach tatsächlicher Ausprägung und Mächtigkeit könnte das Fördermengenpotenzial durchaus ergiebig sein.
Im Jahr 2024 prüften die Stadtwerke noch einmal intensiv eine Zusammenarbeit mit dem seit Jahren im Raum stehenden Geothermie-Projekt in Altdorf. Dafür wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, die vorhandenen Berechnungen zu prüfen und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für eine Zusammenarbeit mit Altdorf als Entscheidungsgrundlage zu erstellen. Parallel dazu entstand eine erste grobe Bewertung eines alternativen Geothermie-Projektes im Stadtgebiet – konkret im Bereich des Stadtbads, um beide Optionen nachvollziehbar vergleichen zu können.
Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die Variante einer eigenen Geothermiebohrung im Stadtgebiet gegenüber der Option in Altdorf wirtschaftlich im Vorteil ist. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass große potenzielle Wärmeabnehmer – wie das Stadtbad und weitere öffentliche Gebäude – direkt im Umfeld des möglichen Bohrstandorts liegen und somit kurzfristig und mit geringeren Leitungsverlusten angeschlossen werden könnten.
Darüber hinaus erscheint in der Gesamtbetrachtung auch eine Anbindung an das bestehende Fernwärmenetz Mitte/Ost sinnvoll. Dadurch ließe sich der Wärmeabsatz langfristig steigern, da mit zunehmender Erschließung und Nachverdichtung zusätzliche Grundlastabnehmer eingebunden werden könnten, was das Projekt zusätzlich stabilisieren würde.
Erster Schritt: Die Seismik-Messung
Um ein genaues Bild vom Landshuter Untergrund zu bekommen, bereiten die Stadtwerke gerade eine sogenannte 2D-Seismik-Messung vor. Dabei soll ein detailliertes geologisches Modell erstellt werden, um geothermische Potenziale im Stadtgebiet zu prüfen. Hierzu fand auch am 19. Mai 2026 eine erste öffentliche Infoveranstaltung im Salzstadel statt. Im Herbst ist eine weitere Veranstaltung geplant.
FAQ | Fragen zur Seismik-Messung
Vibrationsfahrzeuge, sogenannte Vibro-Trucks, fahren entlang von zuvor geplanten Routen. Über Rüttelplatten erzeugen sie leichte Vibrationen, die als Schallwellen in die Tiefe gelangen. Diese Wellen werden im Untergrund von verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert. Kleine Erdmikrofone, sogenannte Geophone, die zuvor entlang der Untersuchungsroute aufgestellt werden, zeichnen das Echo auf.
Während der Messarbeiten in Landshut werden voraussichtlich im Dezember 2026 zwei Vibro-Fahrzeuge unterwegs sein. Alle fünf Meter halten sie kurz an und vibrieren für 30 bis 60 Sekunden. Die Vibrationen sind hauptsächlich im engeren Umkreis der Fahrzeuge wahrnehmbar. An jedem Messpunkt stehen die Vibro-Trucks wenige Minuten, dann fahren sie zum nächsten Punkt weiter.
In bewohnten Gebieten werden begleitende Messungen an unmittelbar angrenzenden Gebäuden durchgeführt, um die Normen für Bauwerke einzuhalten.
Nach Abschluss der Messungen werden die Geophone wieder eingesammelt. Danach beginnt die fachliche Auswertung: Die aufgezeichneten Rohdaten werden zu einem Abbild des Untergrunds umgewandelt. Dieses Modell zeigt die Tiefen der verschiedenen Gesteinsschichten und bildet die Grundlage für die Beurteilung geothermischer Potenziale im Stadtgebiet.
Die Firma GEOPS GmbH kümmert sich im ersten Schritt um alle erforderlichen Genehmigungen von Behörden, Grundstückseigentümern und -nutzern, die von der seismischen Messung entlang der geplanten Messroute betroffen sind.
Der genaue Zeitpunkt der Seismik-Messung in Landshut steht noch nicht fest. Derzeit werden die Erlaubnisse und Genehmigungen eingeholt, damit die Vibro-Trucks die Straßen und Wege befahren dürfen. Erst wenn alle erforderlichen Erlaubnisse und Genehmigungen vorliegen, kann die Messung beginnen. Die Seismik-Routen können über den BayernAtlas eingesehen werden.
Die Vibro-Trucks bewegen sich entlang der Messroute langsam vorwärts. Etwa alle fünf Meter halten sie an und erzeugen über Rüttelplatten Vibrationen. Diese dauern zwischen 30 und 60 Sekunden. In unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs sind die Vibrationen als Kribbeln in den Fußsohlen spürbar. Auch in Gebäuden entlang der Messroute können Vibrationen wahrnehmbar sein. Die Bodenschwingungen werden begleitend gemessen, sodass die in der DIN 4150 Norm zu Erschütterungen im Bauwesen und Einwirken auf bauliche Anlagen definierten Grenzwerte eingehalten werden.
Seismische Messungen wurden schon in vielen Städten und Gemeinden durchgeführt. Hier hat sich gezeigt, dass diese Messungen auch in dichtbesiedelten Orten ohne große Probleme durchgeführt werden kann. Während der Messungen wird ein Sicherheitsabstand zu den Gebäuden eingehalten und die Bodenschwingungen gemäß DIN 4150 begleitend gemessen, sodass der Einfluss von Erschütterungen an Gebäuden von vorneherein bestmöglich vermieden wird.
Sollten Sie im Vorfeld Bedenken haben, melden Sie sich bitte unter geothermie@stadtwerke-landshut.de mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer, damit wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen können.
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